Beim Backen ging es mir dieses Jahr ähnlich wie beim Dekorieren - eigentlich wollte ich nichts machen. Als aber die beste aller Schwestern tränenüberströmt Vanillekipferl einforderte, bin ich natürlich schwach geworden. Und da mir gestern Abend von eben solcher nach der Übergabe der Plätzchen am Hauptbahnhof Frankfurt auf dem Weg nach Berlin auf dem Weg nach New York (fragt nicht...) rückgemeldet wurde, diese seien klasse, hier das Rezept für Euch.
Erst mal der Klassiker, d.h. mit normalem Mehl
250 g Mehl
200 g kalte Butter (keine Margarine!!)
100 g gemahlene Mandeln
70 g Zucker, am besten feinen oder feinsten (steht so auf der Packung), aber keinen Puderzucker
1 P Vanillezucker (ich nehme die Bourbonvanillebeutelchen von Dr. Ö)
Alles so schnell wie möglich verkneten, damit die Butter nicht warm wird und einige Stunden im schicken Folienmäntelchen im Kühlschrank parken. Den Teigklotz (nicht lachen, ausprobieren!) vierteln und diese Viertel zu ca. 3 cm dicke Rollen formen. Scheiben von 0,5 cm abschneiden, flott zur Kugel und dann geschwind zu einer Art Schupfnudel drehen. Da die meisten am Drehen scheitern hier meine Variante - v.a. ist es wichtig, dass die Enden nicht zu spitz ausfallen, da diese a) verbrennen und b) leicht abbrechen. Meine Kipferl sind in 3 Umdrehungen und 2 Rollbewegungen fertig und zwar kleine Drehungen in der Handmulde und dann 2 mal rauf/runter wie wenn man sich die Hände warm reibt, von der Amplitude her Daumenballen in Handmulde - mehr rollt die Teile kaputt. Mit Abstand auf Backpapier oder Backmatten legen, diese Menge ergibt bei mir ca. 2,5 Bleche, je nachdem wie oft vorher schon genascht wurde. Ich backe bei Umluft, 175 °C 10 bis 13 Minuten. Das kommt stark auf den Backofen an. Oben sieht man ja wie die Plätzchen aussehen sollen. In den ersten Minuten sind die Kipferl extrem empfindlich, von daher einige Minuten abkühlen lassen und dann mit einem Pfannenwender portionsweise vom Papier abheben und noch warm in Zucker/Vanillezucker tunken. Ich tunke nur eine Seite, die andere bekommt in der Dose von oben reichlich ab.
Heute neu im Angebot war die Variante mit glutenfreiem Mehl. Was soll ich sagen - die Dinger sind noch brüchiger als der Klassiker und vor allem extrem lauffreudig. Deswegen habe ich die Kipferlform aufgegeben und kleine Kugeln mit weitem Abstand aufs Blech gesetzt. Da ich Haferflocken vertrage, werde ich diese beim nächsten Mal untermischen und hoffe, dass dann etwas mehr Bindung da ist. Schmecken tun sie aber trotzdem. Rezept wie oben, nur dass ich Buchweizen-, Mais-, Reis- und Teffmehl genommen habe.
Und da die doppelte Ausführung der Kipferl nicht genug war, habe ich neben Bahntransferbetreuungstreffdienstleistungen auch noch schnell 2 x Zimtwaffeln und einmal Anisplätzchen gebacken, die sogar ein Füßchen bekommen haben. Stolze Leistung für den ersten Versuch, auch wenn ich das mit dem Laufen des Teiges noch mal übe. Beide Backwerke schmecken auf jeden Fall klasse, die Rezepte gibt es hier allerdings nicht, da dies freundliche Leihgaben lieber Menschinnen auf Twitter sind. Daneben habe ich noch schnell (hier bitte hysterisches Lachen einfügen) gefühlte 15 kg Ingwer-Karamell gerührt, der auch lecker ist, aber leider habe ich nicht aufgepasst und er ist etwas mürbe in der Konsistenz, d.h. ich habe wohl Zuckerkristalle vom Rand nach dem Auflösen noch mal reingerührt. Irgendwas ist ja immer...