Mein Twitter und ich
Da für bestimmte Themen 140 Zeichen nicht reichen, hier eine Bedienungsanleitung für mein Twitter
Follow Friday
Am Anfang meiner Twitter-Karriere fand ich den #ff toll, habe natürlich mitgemacht und sehnsüchtig darauf gewartet, dass ich zum ersten Mal empfohlen werde. Nach einiger Zeit habe ich dann aber festgestellt, dass mich dieser Empfehle- und nachfolgende Empfehlungs-Danke-Zwang genervt genötigt haben, und wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind es Zwang und Nötigung. Also habe ich mir das eine ganze Zeit angeschaut und für mich beschlossen, dass ich eigentlich nicht mehr aktiv beim #ff am Freitag mitmache. Eigentlich deswegen, da ich natürlich auch ab und zu jemanden empfehle, dann aber aus einer besonderen Situation oder einem bestimmten Bedürfnis heraus und auch gerne mal an einem Montag, Dienstag, Mittwoch oder sogar Sonntag. Auch wenn sich manche darüber aufregen, dass der Hashtag #ff NUR am Freitag genutzt werden darf. Ist mir egal, hier zählt die Wiedererkennung und die Absicht.
Ähnllich verhält es sich mit meiner eigenen Empfehlung. Natürlich freue ich mich darüber, vor allem wenn es eine persönliche und keine Massenempfehlung ist. Aber ich bin längst über das Stadium hinaus, dass ich sehnsüchtig darauf warte. Ich denke, jeder folgt denjenigen Accounts, die ihn/sie interessieren und finde es etwas schade, wenn z.B. 10 erwähnt werden und 200/300/400 andere nicht.
Danke hier, danke da, danke allüberall
Ich bin durchaus wohlerzogen (hoffentlich) und kenne die typischen Einsatzgebiete von Bitte, Danke und Co. Allerdings erwarte ich kein Danke für einen Retweet, eine Empfehlung oder die Aufnahme der Verfolgung und ich bedanke mich auch nicht immer, v.a. nicht bei Massenempfehlungen, die auch noch über eine App generiert werden. Gerade am Freitag finde ich die TL extrem überlastet mit #ff, Danke für #ff, etc. Aber an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass ich mich natürlich darüber freue, wenn man mich für verfolgenswert erklärt oder aber retweeted. Von daher ein kollektives Danke dafür.
Folgen, Zurückfolgen und Entfolgen
Ich verstehe Twitter so, dass ich für mich entscheide, wem ich folge, d.h. ich erwarte nicht, dass man mir automatisch zurück folgt. Genauso folge ich nicht automatisch jedem neuen Follower, mittlerweile leider auch aus Kapazitätsgründen, d.h. mehr als meine momentan Verfolgten kann ich nicht regelmässig lesen und ich weigere mich Listen anzulegen (egal ob öffentlich oder privat), da dies Twitter noch mehr zeitlichen Raum geben würde und ich das nicht möchte. Aber ich versuche immer auf Replies zu antworten und schaue mir auch schon mal die TL von Nichtverfolgten an. Entfolgen tue ich auch, und zwar ohne Begründung und Entschuldigung. Was aber dazu führt, sind grob sexistische oder gewaltverherrlichende Äußerungen, Häme, dauerndes Meckern, Beschweren, Rumschimpfen, wirklich bösartige Kommentare zu Menschen und Themen. Im Gegenzug sind Ironie, Sarkasmus und schwarzer Humor durchaus willkommen, aber die Grenzen des guten Geschmacks sollten eingehalten werden.
Mein Twitter und ich
Wer mich schon seit einiger Zeit verfolgt, weiß, dass es bei mir Trocken- und Regenzeiten gibt d.h. manchmal bin ich sehr ruhig und manchmal kommen die Tweets monsunartig über die verehrte Leserschaft. Das hängt von Lust, Laune und teilweise auch Aufenthaltsort ab. Und ja, manchmal twittere ich auch über Trash-TV - sorry dafür, aber mit diversen Menschen deutschlandweit verteilt auf dem Sofa sitzend kann das durchaus Spass machen. Man kann mich ja während dieser Zeit "überlesen". Und ansonsten denke ich, jeder nach seinem Gusto. Ich schätze die Vielfalt auf Twitter, die normale Unterhaltung, das Lesen der kunstvoll gebauten Tweets, die Ansichten der Social-Web-Profis, der Unternehmer, der Politiker, die Einsichten der von mir verfolgten BeraterInnen und alle Twitter-Lebensformen, die sich dort noch so tummeln. Seit ich twittere bin ich auf jeden Fall deutlich besser informiert als vorher und habe zudem noch echt tolle Menschen im RL kennengelernt. Danke dafür!